Ich stell den jetzt einfach mal hier rein, vielleicht gefällter ja dem ein oder anderen.
Dazu sei noch zu sagen, daß wir Kübelfahrer uns teilweise schon seit 20 Jahren kennen und auch teilweise miteinander reden wie Familienmitglieder, also nicht wundern.
Noch 12.000 Kilometer
Piepiepiepieeeep.....Piepiepiepieeeep.....Piepiepiepieeeep
Mist....der Wecker.....drei Uhr......arbeiten.
Arbeiten????
Ne, nich heute, heut war doch was ganz anderes angesacht.
Zum Glück hab ich neben mir meine Freundin, die Alex liegen, die sagt mir schon, wo es lang geht.
„Gääähn, wie war noch mal das Programm für heute?“
„Urlaub!“
„Urlaub?“
Ach ja, räkeln....aufstehen, anziehen, aus dem Haus fallen und ab zum Bahnhof.
Jau, genau, heute geht’s ab zum Kübelfahren. Aber nicht mit dem eigenen.
Sondern mit anderen.....gaaaanz anderen
Also macht der Schreiber dieser Zeilen jetzt einfach mal einen Zeitsprung.
(30 Stunden später und ganz nebenbei, am Arsch der Welt)
Ach ja, brütende Hitze hab ich vergessen......Phuuuuh.
Kijang....
Kijang
Wat is datten.....Kijang???
Kübel wolln wa seh´n, möglichst viele. Von mir aus -einem bekennenden Schwarzliebhaber- könne die auch bunt sein, wohingegen in unseren Kreisen solche Kisten ja eher als Kasperkarren belächelt werden.
Meinetwegen auch in schlechtem Zustand, vergammelt, verbastelt, verrostet. Nur Kübel solln´s schon sein.
Aber, nix da, nur Kijang.
Von Toyota. Noch nie von gehört. Ist aber auch kein Wunder, schließlich wurde dieser Minivan (oder was immer er auch darstellen will) nur in asiatischen Ländern verkauft, vorzugsweise in Indonesien.
Richtich gelesen, Indonesien, wo wir, die kleine Alex, und ich der Blondie uns jetzt befinden.
Seit Jahren geht sie mir auf die Nerven, dass wir doch mal zusammen da hin sollten, auf die andere Seite dieses Planeten. Ganze Büchereien hat sie schon über dieses Thema leergelesen.
Immer wenn Asiaten auf der Glotze flimmern, wird die Fernbedienung auf „OFF“ gestellt und im letzten Jahr ist sie sogar schon mit ihrer Mutter in China gewesen.
Aber warum? Wat soll ich da....in Spanien scheint auch die Sonne.
Aber, als ich hörte, das man auf Bali Kübel fahren kann, tja, da hab ich natürlich sofort ja gesagt.
Und nu? Nu sieht man hier keine
Dabei wurden ab 1976 die „Safaris“, wie sie in Indonesien genannt werden, in Teilen von Mexico ins Land geschafft und hier dann zusammengebaut.
Tja, mir kommt´s eher so vor, als wenn man Kijang´s aus Japan nach Indonesien importiert und zusammengebaut hat und keine Volkswagen.
Safari.....Trekker.....Kurierwagen.....Küüüübel....deutsches Kulturgut????
Nix zu sehen davon.....Frustration macht sich breit.....
Man erblickt noch nicht mal andere europäische Autos, nur Sushikutter.
Und dann fahren die auch noch alle auf der falschen Seite, wenn man denn von fahren reden kann.
Eigentlich ist fahren hier ne Mischung aus „Krieg der Sterne“ , „Auf Achse“ und „Knight Rider“.
Um es dem normalen Mitteleuropäer vorstellbar zu machen, bediene ich mich an diesem Punkt mal eines kleinen Vergleiches.
Man nehme einen Ameisenhaufen. Die Ameisen stellen in diesem Fall die Autos dar. Nun nimmt man eine Handvoll Sand, gleichzustellen mit Moppeds.
Den Sand schüttet man einfach über den Ameisenhaufen.
Fertig ist eine ganz normale Kreuzung auf Bali.
125ccm Sandkörner, die mit knapp 100km/h kreuz und quer über die Ameisen brettern, so läuft rush hour auf Bali...
Für den normalen Indonesier wird es nur schwer zu verstehen sein, wie wir uns jemals über Drängler, Falschparker, Raser oder auch 50ccm Roller aufregen können oder über so was profanes wie Fußgänger.
Hier regt sich keiner auf. Hier wird auch nicht wie verrückt gehupt, geschweige denn wild rumgestikuliert oder gar aus offenem Fenster allerübelste Verbalkommunikation betrieben.
Mitnichten. In drei Wochen hab ich echt nur einen Moppedfahrer beobachtet, der ganz leicht mit dem Kopf schüttelte.
Der Balinese erträgt all dies Gewusel mit einer stoischen Gelassenheit, die jedem Audi A6 Fahrer, lichthupenderweise auf der Überholspur die Zornesröte ins Gesicht treiben würde. Und natürlich mit der Hand auf der Lenkradmitte, denn hupen gehört hier genauso zum guten Ton, wie bei uns der Stinkefinger.
Auch haben wir in dieser Zeit nur einen Unfall gesehen.
Mhhh, nur Kübel, die hab ich immer noch nicht gesehen. Aber morgen.....morgen ganz bestimmt

Und genau so ist es. Kurz nach dem Frühstück erblicken wir sie.
Bunt, verbraucht, verbastelt.
Scheißegal, Hauptsache sie sind da.
Kaum 3 Minuten vom Hotel entfernt stehen sie. Orange, Grün, Weiß, Rot.
Und alle zu. ZUUU?
Richtig gelesen, die sind alle zu. Na ja, braun sind ja hier eh schon alle, wozu also offen fahren.
Während ich die Batterien der Digitalkamera einem Härtetest unterziehe entdecke ich die wildesten Details. Hölzerne Lenkräder, Pedalarien wie aus dem Schaufenster von D&W, verchromte Handyhalter und abenteuerliche Spiegel.
Aber vor allem, und das ist hier anscheinend janz wischtisch, bloß keine originalen Felgen!
Hier fahren 99% der Kübel auf Alufelgen mit Niederquerschnittsreifen rum.

Nach ca. 5 Minuten haben wir dann auch die Besitzer der Gefährte ausgemacht und waren etwas überrascht.
Zwei ziemlich ausgeflippt anmutende Balinesen wurden von mir mit „ichsprechnur1malimjahrenglisch“ angestikuliert.
Wie es sich rausstellte, gehörten sie dem hiesigen VW Klub an und veranstalteten wohl auch des öfteren Treffen. Zumindest trugen sie ein T-Shirt des größten VW Jamborees in Indonesien von 2005, zu dem wohl immer so 800 Autos kommen.
Leider fand dieses in diesem Jahr vom 27-28.2008 statt, so lange wollten wir nun auch nicht bleiben. (Quatsch, ist natürlich gelogen)
Trotz all meiner englischen Wortkunst, konnte ich ihnen nicht verständlich machen, dass ich einen örtlichen Anbieter suchte, bei dem man Kübeltouren buchen konnte.
Im nach hinein erwies sich dies aber als das kleinste Problem, im Hotel lag ein Ordner in dem eben solche Touren angeboten wurden.
Gesehen, gebucht.
Nach 2-3 Tagen Erkundungstour durch Einkaufstempel, Stränden und der örtlichen Kneipenkultur, (hier gibt’s echt nur eine Biersorte!) stand dann auch endlich jenes Event an, dem ich entgegenfieberte.
Die Kübel Tour von Balivwtour.
Als unser Fahrer uns am Hotel abholte, dachte ich erst an einen Scherz, als er meinte, ich sollte doch fahren.
Juhu, nun wusste ich, wofür ich mir extra einen Internationalen Führerschein besorgt habe......
Stop....war doch ein Scherz....schade.
Im laufe des Tages und auch des spätern Urlaubs, wurde mir aber immer klarer, das ich diesen hier gar nicht brauchte.
Taxi fahren ist hier billig und außerdem hänge ich an meinem Leben, Ameisen...Sandkörner....ihr wisst was ich meine *grins*
Ca. 10 Minuten nach Fahrtbeginn stieg unser Guide ein, der erstaunlich gut Deutsch sprach.
So war es auch nicht verwunderlich, dass alle anderen Teilnehmer dieser Tour auch aus unserem Heimatland kamen.
Am ersten Ziel unserer Reise, dem Tanah Lot, bot sich dann nach Tagen auch endlich mal wieder die Gelegenheit, Deutsch zu reden und nicht nur zu versuchen mit unserem Schulenglisch über die Insel zu stolpern.
Aber ganz ehrlich, toll war´s nicht, dann doch lieber abenteuerliche Kommunikation mit den Einheimischen, als mit besserwissenden Alleskönnern.
Kurzes Dialogbeispiel? Bitteeee!
Er: „(zu mir) Das ist der alte Kübelwagen, vonner Bundeswehr“
Ich: „(zu ihm) Ja, ich weiß, ich hab auch einen“
Er: „(zu mir) Der hat noch den alten Boxermotor.....luftgekühlt...“
Ich: „(zu ihm) Ich weiß, ich hab auch so einen“
Er: „(zu mir) Dat war´n richtich tolles Auto...damals“
Ich: „(gelangweilt) Ja, stimmt“ (Boooh!)
Man, man, man, deutsche Urlauber......
Was der leicht grinsende Leser jetzt nicht weiß und was ihn dann wahrscheinlich zu lachen anfangen lässt ist die Tatsache, dass mein Gegenüber versucht hat, vor seiner Frau mal so richtig auf die Brause zu hauen und mir Jungspund (39!) die Welt, und vor allem dieses Automobil zu erklären.....................
................und das alles in lupenreinem Sächsisch!!!!!!!
Sehr witzig....

Mehr und mehr versuchte ich, während der Fahrt unseren Kübel unter die Lupe zu nehmen und zu begutachten.
Des weiteren unterhielt ich mich an diversen Sehenswürdigkeiten mit unserem Fahrer, so gut es halt eben ging, er sprach nämlich nur Indonesisch.
Man hat es natürlich nicht leicht, als Kübelfahrer auf Bali.
Teile, wenn man überhaupt welche bekommt, sind halt teuer.
Unser Fahrer hatte sich gerade einen neuen Vergaser gegönnt.
1.200.000 Rupiah hat er dafür bezahlt. Das sind 70€. Für unsere Verhältnisse Peanuts, für Balinesen einfach nur ziemlich viel Geld, vor allem wenn man nur 1000€ im Jahr verdient.
Dies erklärt auch, warum Kübelwagen hier mit allem was geht am Leben erhalten werden.
Und es erklärt auch, warum bei unserem die Bodengruppe und die Karosse eigentlich nur noch ein Teil sind. Es wurde einfach zusammen geschweißt, was zusammengehört.
Die Kübel sind alle Eigentum der Fahrer, die dann halt für den Veranstalter jeden Tag fahren.
So ist es auch nicht verwunderlich, das in einigen Streckenabschnitten, in denen wir versuchen würden möglichst viel aus unserer Karre rauszuholen, nur Schrittgeschwindigkeit gefahren wird. Es darf halt einfach nichts kaputt gehen.
Nebenbei bemerkt sind Niederquerschnittsreifen auch nix für Indonesische Strassen.
Ich tippe aber mal, Alufelgen vom Schrott in Verbindung mit Käfertrommeln, sind einfach billiger als originale Felgen, wo man dann auch eh nicht weiß, wo man sie denn herbekommen soll.
Klauen geht auch nicht, Balinesen sind zu über 90% Hindus, die Verbrechensrate liegt unter einem Prozentpunkt.
Und der eine Prozentpunkt setzt sich wahrscheinlich aus Australiern und Japanern zusammen, die sich hier nicht benehmen konnten, wie wir auch des öfteren erfahren mussten.
Zum Schluss unserer Tour, ließ es sich unser Fahrer nicht nehmen, uns bis zur Hoteltüre zu kutschieren, trotz unserer kläglichen Überredungsversuche
einfach an einer Ecke anzuhalten und uns laufen zu lassen.
Zumal die Rückfahrt wieder einfach nur Abenteuer de luxe war.
Zuerst sammeln sich an einer Ampel die Autos, um direkt im Anschluss von Dutzenden von Moppeds umzingelt zu werden.
Wird’s grün, versuchen alle mit Vollgas erster an der nächsten Ampel zu sein.
Je mehr Leute auf einem Mopped Platz finden, desto eher geht dies in die Hose. Klar, wer sich keinen Wagen leisten kann, der fährt halt mit der ganzen Familie auf dem Mopped einkaufen.
Vatta, Mutta, Kind a, Kind b, Kind c und die ganzen Wocheneinkäufe....
Schon lustig anzuschauen.
Am Hotel eingetroffen, übergab ich ihm dann mit viel gemurmel und blablah noch einen Kübelkurier und natürlich unseren Klubaufkleber.
Leider sind die Balinesen sooooo ein freundliches Volk, dass ich nicht deuten konnte, ob er sich wirklich über den Kurier freuen konnte oder ob er meinte ich hätte nicht alle Tassen im Schrank und würde ihn verulken. Schließlich wird er den Kurier nie im Leben lesen können.
Und ob meine Gesten, den Kurier doch mal seinem Chef zum übersetzen zu geben gefruchtet haben, weiß ich auch nicht.
Aber, es gibt ja noch andere Möglichkeiten die Insel zu erkunden.
Zum Beispiel mit dem Taxi.
Mit ein bisschen Handlungsgeschick, sollte so eine ganztägige Fahrt nicht mehr wie 350.000 Rupiah kosten. Das sind in etwa 28€, für die man in Deutschland noch nicht mal von der Disco nach Hause kommt.
Hier allerdings gilt der Preis für den ganzen Tag, Start 9.00h, Stopp 18.00h.
Alles frei Haus. Und es lohnt sich. Hier kann man wieder einmal erfahren, wie nett doch die menschliche Spezies eigentlich sein kann und dass es auch gelingen kann, wildfremder Menschen Freund zu werden.
Nur mit Kübel fahren is dann nix. Mitsubishi oder diverse andere Sushikutter sind dann angesagt.
Ist aber auch besser, denn nach jeder Besichtigung in ein klimatisiertes Auto zu steigen, kommt bei 40°C besser, als sich im Kübel die Murmel zu verbrennen.
Vor allem aber ist es wichtig, den Taxifahrer vorher auf seine VW Kenntnisse zu prüfen. Unser Fahrer war da ganz firm.
Budi Santosa.
Der netteste Mensch auf der Welt. Gut, jetzt werden einige sagen, der muss ja nett sein, der lebt ja davon.
Das tun Italiener, Spanier und die ganzen anderen Tourilandmitarbeiter aus Europa auch...und die sind halt nicht immer nett!
Budi hat uns erst mal zum örtlichen VW Klub gekarrt, an dem dann auch alles vertreten war, was kein Kühlwasser benötigt.
Er meinte dann auch zu einem komischen Gebilde, dass wäre wohl der älteste VW, den es gibt.
Hmmm....

Auf den ersten Blick war mir klar, dass er meinte, dass wäre der älteste. Schließlich hat ein aus den 30er Jahren anmutendes Automobil zuerst den Anschein, es wäre alt. Ein Fahrzeug aus den 30er Jahren, hat aber auch genau so wenig mit VW zu tun, wie ein Fisch mit einem Schwimmwagen, außer vielleicht, dass sie beide schwimmen können.
Aber.....Pustekuchen. Indonesier sind (wie sich später noch rausstellen sollte) die Polen des indischen Ozeans. Die bekommen alles hin. Sogar die Kreuzung einer 30er Jahre Karosse, mit VW Teilen. Man beachte einfach mal die Lenksäule, aber auch die Tatsache, dass das Ding Scheibenbremsen(!) besitzt.

Ich wurde schon komisch begutachtet, als ich meine Fotos schoss. Schließlich würden wir uns auch wundern, wenn auf dem Pfingsttreffen 2 Taxen anhielten, voll mit Asiaten, um unsere Autos ablichten.



Der Rest des Tages ging dann einfach mit Besichtigungen weiter, wie es sich für einen ordentlichen Touri gehört.
Diese ganze Choose haben wir dann auch 2 mal gemacht, sprich, wir mieteten unsern Fahrer ein zweites mal.
Auch auf dieser Fahrt wurden unsere Augen von der ein oder anderen automobilen Skurillität geblendet.
Landys mit Holzaufbau, aufgemotzte Landcruiser mit Jeepaufklebern, einem alten Austin oder einfach nur zurechtgemachten Käfern.







Man kann sich anhand der Tatsache, dass wir Überaschenderweise von unserem Fahrer, Budi, zum Essen zu ihm nach Hause eingeladen wurden vielleicht wieder mal ein Bild machen, wie nett es doch zugehen kann, wenn man Europa einfach mal verlässt.
Es ist einfach für uns unvorstellbar, dass, wenn man selber schon nicht viel hat, es trotzdem mit anderen zu teilen vermag.
Budi holte uns ein paar Tage nach unserer Tour, nachmittags, mit seinem Privatwagen ab. Wir wussten, dass man auf Bali eigentlich 7 Tage die Woche arbeitet. Er hat sich wirklich extra für uns einen freien Tag genommen, ist nur für uns morgens bei einer befreundeten Schlachterin gewesen und hat auch noch eine Runde über den Markt gedreht um seltene Früchte zu kaufen.
Wir waren sprachlos.....wirklich sprachlos.
Im Gegenzug haben wir den ganzen letzten Tag vor dem Essen nur damit verbracht, die Etikette auswendig zu lernen, die im Falle einer solchen Einladung einzuhalten ist.
Allerdings sind einige davon fast zu vergleichen mit den Etiketten auf unseren Treffen.
Nichts ablehnen, einfach alles aufessen respektive austrinken....fertig.
Gut, Schuhe ausziehen sollte man auch beherzigen. Budi sagte zwar, „neineinein“, wir sollten die Schuhe doch bitte anlassen, das war aber auch das einzige, was „WIR“ dann doch ablehnten, wenn schon, denn schon.
Natürlich war es ein einmaliges Erlebnis und auch ein sehr lustiges, obwohl uns als Leutchen, die nicht jeden Tag Englisch sprechen, auch mal der Faden abhanden kam und wir nicht immer direkt ein Gesprächsthema nach jedem Abschluss fanden.
Selbstverständlich fuhr Budi uns auch wieder ins Hotel zurück und bot an (oder besser bestand darauf), uns am nächsten Tag zum Flughafen zu bringen.....Wiederstand zwecklos.
Aber Budi wäre nicht Budi, wenn er nicht noch ein ganz spezielles Bonbon für mich parat gehabt hätte.
Auf der Fahrt zum Flughafen (wieder mit seinem Privatwagen!) machte er extra noch einen Umweg und hielt noch ein letztes mal an einer ganz speziellen Sehenswürdigkeit an.
Einem unscheinbaren Hof, mit einem etwas angegammelten VW Zeichen.
Ich dachte erst, wer kauft denn hier´n Auto, sieht eher aus wie´n Schrottplatz.

Aber weit gefehlt. Budi sagte, ich sollte doch einfach mal schauen, ihm wäre gestern noch eingefallen dass ja hier auch noch ein VW-Klub ist.
Und was ich dann hier gesehen habe, haut echt dem Frosch die Locken vom Kopp....
Kübel über Kübel, Käfer, Busse, Typ 3, Buggys. Bestimmt 20 an der Zahl.
Darunter auch einige Top restaurierte Exemplare, Wahnsinn.
Zu meiner Freude fand ich auch noch den Chef (also quasi den Pierre Indonesiens) dieses ganzen Allerleis und er erklärte mir so einiges.






Den absoluten Hammer aber, hatte ich zuerst gar nicht bemerkt.
Erst dachte ich, hey, was macht´n der Topolino hier auffem Hof, der passt hier genau so wenig hin, wie ich auffen Treffen der Zeugen Jehovas.
Nach 3-4 Sekunden fiel mir aber auch auf, dass nicht nur der Fiat hier nicht hinpasste, sondern der Wagen an sich nicht das zu sein schien, was er eigentlich mal war.

Das fing schon mal mit der Tatsache an, dass er VW Radkappen auf den Felgen hatte.
Auch befand sich, bei näherem hinsehen gar kein Kühler hinter dem eigentlichen Kühlergrill.

Der pfiffige Leser ahnt es schon......die Polen Asiens.
Als ich zur Rückseite des Fiats, ein 1500er, aus den 40ern, wie ich erst zuhause rausstellte, geleitet wurde, fiel mir echt das Gel aus den Haaren.
Die haben doch tatsächlich einen Käfer mit einem 40er Jahre Fiat gekreutzt.
Cooler gings wirklich nicht, zumal das Ding mit der Tieferlegung, den umgeschweissten Felgen und der Farbkombi auch noch schweinegeil aussah.


Leider drängte die Zeit, Air China rief. Ich hab dann einfach noch ein bisschen Small Talk gehalten, von unserem eigenen Klub erzählt und natürlich noch eine Visitenkarte mitgenommen.
Ganz nebenbei hab ich dann auch noch die Tatsache verflucht, dass der Urlaub zuende ist, der Flieger gleich geht, die Batterien der Kamera leer sind, die neuen sich irgendwo in einem unserer Koffer vergraben haben und die sich wiederum irgendwo im Kofferraum von Budis Suzuki Van befanden.......“Man....ich hab doch keine Zeit mehr......Shi*“
Schade, echt, wenn ich das doch nur vorher gewusst hätte.
Aber andererseits, wer weiß wofür es gut war, dass ich von diesem Paradies der Heckmotoren erst am Ende unseres Urlaubs erfahren habe. Ich hätte wahrscheinlich nichts anderes mehr von der Insel gesehen, weil ich einfach jeden Tag wie ferngesteuert hier hin getorkelt wäre
Ganz nebenbei ständ ich dann jetzt auch ohne Freundin da und wer will das schon.
Dann wüsst´ ich ja an manchen Tagen gar nicht, was ich so machen sollte, wenn der Wecker schellt, Hihi.
So, im nachhinein muss ich mich noch bei allen Ossis entschuldigen, die sich beleidigt fühlen
Aber woher, um alles in der Welt, will der Typ von einem Auto wissen das es toll war, wenn er aus der ehemaligen DDR kommt und der Wagen nur bis ´79 gebaut wurde.....
Es handelt sich um den Typ auf dem dritten Bild ganz vorne, wer den kennt, kann den ja ma fragen





