Re: Kamenz: Serienproduktion von Akkus für Elektroautos star
von apicsmart » Fr 13. Mai 2011, 22:14
Och diesen Verein von Shay Agassi find ich amüsant, weil ich mich wunder wie ein ehemaliger SAP Top-MAnager so verblendet sein kann.
OK, wie komme ich dazu sowas zu sagen?
Die Idee dahinter ist genial und die technische Umsetzung ist auch gut, aber das ganze wird nicht Autohersteller-Übergreifend funktionieren.
Solange man sich in Pilotmärkten wie z.B. Israel befindet und nur ein paar hundert Autos versorgen muss die alle mehr oder weniger gleich sind und die gleichen Batterien haben klappt das ganze wahrscheinlich sehr gut.
Aber man stelle sich das in einem offenen MArkt vor mit zig Autoherstellern mit hunderten E-Auto Modellen von unterschiedlicher Größe, verschiedenen Akkukapazitäten, unterschiedlichen Akkupositionen im Fahrzeug und damit auch unterschiedlichen Akkuformen und Formaten vor.
Wenn dann jede Lade-/Akkuwechselstation immer alle möglichen Akkus vorrätig haben will, wird das der logistische Overkill.
In der Praxis völlig unrealistisch. Genauso unrealistisch wäre es, wenn man für jeden Autohersteller eigene Wechselstationen bauen würde. Wieviele Wechselstationen brauchen wir dann in Deutschland? Also auch Quatsch.
Das ganze kann Mittel- bis Langfristig nur dann funktionieren, wenn man Akku-Standard Formate definieren würde. So wie wir es bei normalen Batterien auch kennen. AA, AAA, C, D, 9V Block etc. das klappt ja auch, weil es Batterieformate gibt die von allen HErstellern verwendet werden.
Dann könnte ein E-SUV z.B. drei oder vier Standard Akkupacks bekommen, ein E-Mittelkassewagen würde dann zwei oder drei Akkus bekommen und ein E-Smart könnte z.B. einen Akkupack bekommen. So wie man heute ja unterschiedlich viele AA Batterien in unterschiedliche Geräte steckt.
Und nur so wird das mit Better Place auch funktionieren. Denn in den Akkuwechselstationen müsste dann nur ein Akkutyp bevorratet werden und das einsetzen und entnehmen kann standartisiert werden. Nur muss man diese Weichen stellen bevor alle Auto-Hersteller ihre Properitären Systeme entwickelt haben. Nur habe ich bisher nicht feststellen können das better Place ausser mit Renault/Nissan mit irgendeinem anderen Autohersteller Kooperiert.
Von daher ist das Konzept/Idee gut, aber an der Umsetzung hapert es weil meines Erachtens zu viel Idealismus und zu wenig Realismus in dem Konzept steckt. Ich habe mir ein sehr ausführliches Interview mit Shay Agassi zu dem Thema angeschaut und habe mich sofort gefragt, wie ein erfolgreicher Manager so arbeitet.