Erforderliche Ausrüstung:
1. Kompressor. Entgegen der vielfach vernommenen Auffassung, dieser müsste weißgott wieviel Leistung haben, reicht das von mir gekaufte Modell vollkommen: Parkside, vertrieben von LIDL (Hersteller ist Einhell), 24-Liter-Kessel, max. 8 Bar. Das ist sogar soweit ausreichend, als dass der bei der ganzen Aktion nur ca. 3 mal "nachgelaufen" ist.
2. Druckbecherpistole, Hakendüse und Hohlraumdüse direkt von Mike Sander. Besonders erstere ist von wirklich guter Qualität, aber auch nicht ganz billig. Hakendüse und Hohlraumdüse machen einen schlichten Eindruck, funktionieren aber ebenfalls wirklich gut.
3. Anstelle des von Sanders vorgesehenen Heizköchers mit Fön (war mir zu teuer) tat es ebenfalls wunderbar ein billiger Reisefön für 6,99 und ein altes Fallrohr mit 4 cm Durchmesser.
4. alte Herdplatte (mobil) zum Verflüssigen des Fetts. Kann man auch gern bei Mutti auf dem Herd machen, ist aber umständlicher und könnte ggf. Ärger mit der besseren Hälfte geben, da es auch "etwas" riecht.
5. Handschuhe. Unbedingt. Schlauch und Druckbecherpistole werden so heiß, dass es teilweise mit Handschuhen schon deutlich zu warm wurde.
6. Unbedingt den Wagen auf Folie stellen, sofern man das nicht grad auf nem Acker durchführt und es auf Fettflecken nicht ankommt.
7. Arbeitet man auch mit der Hakendüse, also außerhalb von Hohlräumen, unbedingt den Wagen mit leichter Malerfolie abdecken und abkleben. Habe ich beim Golf II so gemacht, beim Smart waren nur die Hohlräume dran, so dass das entbehrlich war.
8. Für die Hohlräume des Smart waren ca. 2 Kg Fett erforderlich. Hier kann man sicherlich auch mehr verpulvern - ich hörte schon von 7 Kg - ich hielt die Menge für meinen Einsatzzweck aber als ausreichend.
Man sollte, wenn das Fett flüssig ist (wasserflüssig) recht zügig arbeiten, da es in dem Schlauch relativ schnell fest wird. Trifft es auf Blech, ist es binnen 1-2 Sekunden erstarrt. Als Arbeitsdruck haben sich ca. 3 bar bewährt, daher sinnvoll, wenn man den Kompressor soweit regulieren kann. Dies gilt besonders, wenn man außerhalb der Hohlräume arbeitet, was übrigens so oder so eine ziemliche Sauerei ist
Aus Zeitgründen - einfach zwischendurch zu viel rumgeputzt
Dies sehe ich als eine DER Problemstellen an:

Zur Erinnerung: der Wagen hat kaum Wasser gesehen! Auslöser sind die 3 in den Radkasten hineinragenden Schrauben, die unzureichend lackiert und konserviert sind. Dies ist die linke Seite und sah am bescheidensten aus. Die auf der rechten Seite waren ok. Darüber einer der Stopfen, durch die man prima die Lanze in den Seitenschweller bis nach vorn schieben kann.
Hier der Zugang Längsträger für vorn, bereits konserviert:

Entfernt man die Rückleuchten, lässt sich wunderbar der gesamte Bereich des Radlaufes/Radkastens konservieren. Lanze (auf dem Foto zu sehen) oben einführen und bis nach unten durchschieben (Schraubendreher):

Selbstredend werden auch Achsrohr und Motorträger konserviert. Auf letzterem zeigte sich an 4 Stellen ebenfalls Rost, wenn auch nur leichter Flugrost (Lackunterwanderung, hier nicht zu sehen):


Ebenfalls fand sich Rost an den Befestigungspunkten des Heckpanels (Foto vergessen), hier hatte ich vor Jahren aber schon vorgesorgt. Auch die Befestigung der Crashbox dürfte gern mal rosten, auf dem obigen Foto sieht man, dass ich hier auch schon rel. schnell nach dem Kauf vorgesorgt hatte. Damals hatte ich noch billigen Mist aus Sprühdosen mit reichlich Lösungsmittelanteil verwendet, was ich heute aber niemals wieder verwenden würde. Bei der Gelegenheit habe ich auch die Bodenplatte abgenommen, und dort die Schnittkanten und überlappenden Stellen mit dem Pinsel gestrichen. Das Fett lässt sich ganz gut in eine Konsistenz wie weiche Butter bringen, so kann man es gut verstreichen.
Es lebe das Chaos

Am Ende bleibt die Empfehlung an alle, die ihren Wagen gern noch etwas fahren möchten, doch mal die verdammte Radhausverkleidung abzunehmen. Ihr werdet dort sicher Rost finden!



