Elektro-Smart goes America: Stromern in Big Apple




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Elektro-Smart goes America: Stromern in Big Apple

Beitragvon Schaefca » Mi 16. Jun 2010, 09:31

Tach!

Gefunden bei n-tv.de

Elektro-Smart goes America: Stromern in Big Apple

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Gemacht für die Großstadt: Der Smart ED zeigt sich im Dschungel von New York als
idealer Wegbegleiter.


Mit dem Smart will Daimler in den USA ab Herbst durchstarten. In fünf Modellregionen werden die Autos per Leasing veräußert werden und sollen so die Elekltrifizierung des großstädtischen Verkehrs voranbringen. Aber sie sollen auch Werbeträger sein, für die Kunden und für Daimler.

"Hey, where did you get that?" ruft mir der Mann aus dem angejahrten Chevrolet neben mir durch sein geöffnetes Seitenfenster zu. Wo ich denn diesen Wagen bloß herhabe. Einen Smart hat dieser Amerikaner sicher schon einmal gesehen, aber einer mit grünen Balken drauf und dem Schriftzug "electric drive" macht ihn neugierig.

Gut möglich, dass diesem New Yorker Autofahrer ab Herbst noch mehr dieser speziellen Kleinwagen begegnen, denn dann macht Daimler Ernst mit der Elektrifizierung Amerikas. In fünf ausgewählten Regionen an Ost- und Westküste, teils auch in Texas, soll eine im ersten Schub auf 1500 Elektro-Smarts erhöhte Produktionscharge auf die Kunden lossummen. Woran sich schon viele Berliner gewöhnt haben, weil rund 50 der E-Smarts durch die Straßen der deutschen Hauptstadt fahren, das kommt nun auch auf die ehemalige Straßenkreuzer-Gesellschaft zu: Urbane Mobilität im handlichen Zweisitzerformat, abgasfrei und umweltverträglich.

Als der Chevy-Mann hört, dass es sich um einen Testwagen handelt, ist er erst recht interessiert. Auch als ich ihm die Summe der voraussichtlichen monatlichen Leasingrate nenne, scheint er nicht geschockt. "Wo kann ich mehr darüber erfahren?" Nach dieser Begegnung zwischen Broadway und Brooklyn Bridge hätte ich das Auto noch dreimal vom Fleck weg verkaufen können.

Wie ein kleines Düsentriebwerk

Das Fahrerlebnis im Smart ED, die Buchstaben stehen für Electric Drive, ist nicht so ungewöhnlich, wie es die Antriebsform nahe legt. Optisch sind nur wenige Veränderungen am Fahrzeug erkennbar, und durch den permanent hohen Schallpegel in den chronisch verstopften Straßen Manhattans wird auch das seltsam anmutende Fahrgeräusch des maximal 41 PS starken Winzlings weitgehend übertönt. Für maximal zwei Minuten, sozusagen für spontane Fluchtphasen, ist diese Leistung abrufbar, aber auch mit der Dauerleistung von 27 PS ist ausreichend Fortbewegungskraft da. Nur in einigen stilleren Wohnstraßen des Stadtteils Brooklyn macht sich bemerkbar, dass der Elektro-Smart beim Beschleunigen ein anschwellendes Pfeifgeräusch absondert, das entfernt an ein kleines Düsentriebwerk erinnert.

Von der ersten Rotation an leistet der Elektromotor ein Drehmoment von 120 Newtonmetern. Das ist für ein rund 900 Kilogramm leichtes Auto nicht gerade wenig. Abgesehen von der kleinen Denkpause, die sich der Smart nach jedem Tritt auf den nicht mehr "Gas"-Pedal zu nennenden Antriebshebel gönnt, geht es munter vorwärts. Da das Getriebe stufenlos arbeitet, fehlt die typische Zugkraftunterbrechung bei den Gangwechseln. Für die Rückwärtsfahrt ändert der Permanent-Magnetmotor seine Drehrichtung. Die maximale Kraft wird per Kickdown abgerufen, dann schraubt sich der Smart in 6,5 Sekunden aus dem Stand auf 60 km/h.

Für ein auf städtischen Bedarf hin konzipiertes Auto sind 100 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit genug, dachten sich die Entwickler. Nach Aussage von Marketingchef Pitt Moos soll die in einer Batterieladung gespeicherte Energie von 16 Kilowattstunden (kWh) für vier bis fünf Stunden Fahrt in städtischem Tempo reichen. Ob das wirklich so ist, konnte diese Testfahrt zwar nicht klären, jedoch ließen die auf dem Armaturenbrett installierten Lade- und Verbrauchsanzeigen keinen Zweifel daran, dass jeder Bremsvorgang für die Rückverwandlung von Bewegungs- und elektrische Energie genutzt wird. Je stärker der Druck aufs Bremspedal, desto größer der Ausschlag auf der Rekuperationsanzeige. Im Gegensatz jedoch beispielsweise zum E-Mini, bei dem schon jedes Lupfen des Antriebspedals einen starken Verzögerungseffekt nach sich zieht, verhält sich der Smart fast wie ein Auto mit Verbrennungsmotor: Er rollt wie mit ausgekuppelten Gang nahezu unvermindert voran.

Flott trotz 150 Kilo Hüftspeck

Abgesehen von dem zwischen Neugier und Begeisterung schwankenden Interesse anderer Autofahrer und Passanten behauptete sich der Smart ED im Großstadt-Dschungel der amerikanischen Ostküstenmetropole unauffällig wie ein Fahrzeug mit konventionellem Antrieb. Beim selbstbewussten Mitschwimmen auf den drei- und vierspurigen Avenues war der kleine Stromer auf Rücksichtnahme anderer nicht angewiesen. Mit der direkten Lenkung ist der Fahrer stets Herr des Geschehens, Spur- und Richtungswechsel werden präzise umgesetzt. Die 150 Kilo Mehrgewicht gegenüber dem Verbrenner-Smart, die hauptsächlich auf das Konto der Lithium-Ionen-Batterie gehen, erwiesen sich nicht hinderlich für eine aktive und muntere Präsenz im Verkehrsgeschehen. Lediglich das Fahrwerk teilte gelegentlich mit, dass es den Reparaturstau vieler Fahrbahnen in "Big Apple" eher für eine Zumutung als für eine Herausforderung hält.

Die Smart-Planer stellen sich die Praxis der US-Kunden so vor, dass täglich etwa 30 bis 50 Kilometer zurück gelegt werden, und das Fahrzeug im Schnitt zweimal die Woche neue Kraft aus der Steckdose schöpfen muss. Das kann entweder an speziellen Ladestationen an der Arbeitsstelle oder am Hausnetz über Nacht geschehen. Bei einer Netzspannung von 220 Volt soll der Vorgang bei weitgehender Entladung der Batterie zwischen drei und vier Stunden in Anspruch nehmen. Wer die in den USA verbreitete 110-Volt-Spannung nutzen will, muss entsprechend doppelte Zeit einkalkulieren. Für die realistische Planung von Lade- und Fahrtzeiten steht eine gesonderte Anzeige zur Verfügung, die sowohl den Zeitbedarf am Netz wie auch die sich aus dem Ladezustand ergebende Reichweite anzeigt. Neu ist eine spezielle Applikation für das iPhone, mit der diese Daten auch auf dem Display des Mobiltelefons angezeigt werden können.

Nur weil der Elektro-Smart den teuren Sprit an der Zapfsäule verschmäht, muss er noch lange kein Schnäppchen sein. Für die 599 Dollar, die die anvisierten Firmenkunden monatlich zusätzlich zu den 2500 Dollar Leasing-Sonderzahlung vier Jahre lang berappen müssen, sind natürlich auch weitaus geräumigere und komfortablere Pkw zu haben. Jedoch, erklärt Pitt Moos, gebricht es diesen Konkurrenten an einer wichtigen Eigenschaft: Sie sind nur als Transportmittel und nicht als Werbeträger verwendbar. "Jedes Unternehmen," so Moos, "das sein grüne Smart-Flotte mit Namen und Firmenlogo versieht, kann sich in der Öffentlichkeit als zukunftorientiert und umweltbewusst darstellen." Der Imagegewinn, der sich aus der Nutzung des Smart ED ziehen lasse, könne so auf der anderen Seite enorme Werbekosten einsparen.
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