SPON: Kunst aus Motorgeräuschen - Malen mit Motoröl




Zeitungsschnipsel - Testberichte und Vergleichstests - smart im Fernsehen?
Hier herein!
Allerdings bitte IMMER mit Quellverweis!

SPON: Kunst aus Motorgeräuschen - Malen mit Motoröl

Beitragvon Schaefca » Fr 11. Jun 2010, 14:16

Tach!

Gefunden bei spiegel.de:

Kunst aus Motorgeräuschen
Malen mit Motoröl


Wenn sich Kunst und Automobil verbinden, dann meist in der Art, dass ein Künstler ein Auto bemalt - wie es aktuell etwa Jeff Koons mit dem BMW-Rennwagen für Le Mans tat. Nils Völker aus Berlin drehte das Prinzip jetzt um: Er ließ zwei Autos selbst Kunstwerke gestalten.

Gibt es etwas wie eine Poesie des Motors? Nils Völker, 31, Kommunikationsdesigner und Künstler aus Berlin, würde das unbedingt bejahen. Und beweisen kann er es auch, denn er hat quasi Automotoren Bilder gestalten lassen, und zwar auf eine überaus originelle Art und Weise. Kurz gesagt funktionierte das so: Völker fuhr mit einem Auto eine bestimmte Strecke, nahm dabei das Motorengeräusch auf, fütterte mit der so entstandenen Tondatei einen selbstkonstruierten Roboter und der malte dann mit Hilfe dieser Daten ein Bild. Es entstanden großformatige Werke die - man kann es ruhig so ausdrücken - so etwas wie die Poesie des Motors sichtbar machen.

In Wahrheit war alles natürlich sehr viel komplizierter, und es gab auch noch ein paar Besonderheiten. Das Projekt Kunst aus Motorgeräuschen entstand in Zusammenarbeit mit dem Automagazin "Intersection" und mit dem Kleinwagenhersteller Smart. Der stellte nämlich zwei Fahrzeuge zur Verfügung: einen Smart mit herkömmlichen Benzinmotor und einen mit Elektromotor. Äußerlich sehen beide Autos identisch aus. Was sie am stärksten unterscheidet, ist ihr Fahrgeräusch, weshalb die Idee entstand, eben gerade diese voneinander abweichenden Geräusche zu visualisieren.

Jeweils vier Strecken in Berlin fuhr Nils Völker mit den beiden Smart-Modellen ab: die "Allee der Kosmonauten", die "Karl-Marx-Allee", die Prachtmeile "Unter den Linden" und die "Straße des 17. Juni". Das Programm, das die dabei entstandenen Tonaufnahmen in Lautstärke und Frequenz aufgliederte und für einen Roboter in Bewegungsbefehle übersetzt, hat Völker selbst geschrieben. Und selbst gebaut hat er auch den dreirädrigen Roboter, der mit diesen Daten gefüttert wurde.

Zum Malen der Ölbilder wurde das Motoröl abgelassen und verwendet

Um die Bilder aus den Klängen des Benzinmotors zu malen, erhielt der Roboter einen kleinen Tank mit dem Motoröl aus dem Smart, das wiederum in einen Pinsel läuft, der sich auf die Leinwand senkt (oder wieder angehoben wird), während das automatische Wägelchen über die Fläche fährt. So entstanden im zweiten Tiefgeschoss der ehemaligen Abfüllhalle einer Brauerei vier großformatige Ölgemälde - für jede der gefahrenen Straßen eines. Oben beginnt die Fahrt, unten endet sie; Striche nach links zeigen tiefe Motorgeräusche an, Striche nach rechts hohe Frequenzen. Und die Länge der Linien wiederum zeigt die Lautstärke an.

Für die sehr viel subtileren Geräusche des Elektro-Smart wurde der Roboter mit dem Rücklicht des Autos bestückt. Dann führte die Konstruktion, gefüttert von den Daten der Fahrstrecken, mit dem Elektroauto bei kompletter Dunkelheit einen Tanz auf, währenddem Rücklicht, Blinkleuchte und Rückfahrlampe je nach eingespeister Tonfrequenz aufstrahlten - und das wurde per Langzeitbelichtung abfotografiert.

"Eigentlich fühle ich mich gar nicht so sehr als Künstler", sagt Nils Völker. Es gebe keinen passenden Begriff für jemanden, der unsichtbare Daten sammelt, diese in eine Maschine gibt, aus denen die Maschine dann Bilder macht. "Jedenfalls empfinde ich es als ungeheuer reizvoll, aus kühler Technik und viel Mathematik hochästhetische Dinge herzustellen."

Völker, der gar kein eigenes Auto besitzt und in Berlin meist mit dem Fahrrad unterwegs ist, könnte sich gut vorstellen, in Zukunft mit anderen Autos auf anderen Strecken ähnliche Kunstwerke zu gestalten. "Vielleicht mit den Tönen von Rennstrecken", sagt er. Sechs der insgesamt acht bislang entstandenen Werke sind derzeit im Rahmen der Marketing-Tournee "Smart Urban Stage" durch europäische Metropolen unterwegs. Ob er die Bilder danach verkauft? "Darüber habe ich noch nicht nachgedacht", sagt Völker.
Bild


I love you all!
Benutzeravatar
Schaefca
 
Beiträge: 3107
Registriert: Do 27. Mai 2010, 15:04
Wohnort: Rheinland
Geschlecht: M
Kennzeichen: Ü 50

von Anzeige » Fr 11. Jun 2010, 14:16

Anzeige
 


Ähnliche Beiträge


TAGS

Zurück zu smart in den Medien

Wer ist online?

0 Mitglieder

cron