Konservierung mit Mike Sanders




Egal ob optisches oder technisches Tuning...
Räder - Tieferlegung - aufwendiges Spoilerwerk - spezielle Lackierungen - Chiptuning - Getriebe und alles, was eben nicht "Serie" ist.

Konservierung mit Mike Sanders

Beitragvon bernddasbrot » So 16. Okt 2011, 12:30

Ursprünglich erst für das Frühjahr nächsten Jahres vorgesehen, nun aber aufgrund des guten Wetters und der Neugier, wie es wohl hinter dem Plastik aussieht, vorgeschoben - die Hohlraumkonservierung meines 450. Dabei hatte ich auch die gruseligen Bilder der vielen Schrottplatzsmart im Kopf, die besonders im Radkasten - gut verborgen hinter der Radhausverkleidung . erschreckend gerostet haben. Da half nur noch ein Schweißgerät. Zum Wagen: Bj. 2004, erst 21000 Km gelaufen, seit 2007 nur noch Schönwettereinsatz (kein Regen!) und kein Winterbetrieb. Daher für die vielen Alltagsfahrzeuge in Sachen Rost nicht unbedingt der Maßstab.

Erforderliche Ausrüstung:
1. Kompressor. Entgegen der vielfach vernommenen Auffassung, dieser müsste weißgott wieviel Leistung haben, reicht das von mir gekaufte Modell vollkommen: Parkside, vertrieben von LIDL (Hersteller ist Einhell), 24-Liter-Kessel, max. 8 Bar. Das ist sogar soweit ausreichend, als dass der bei der ganzen Aktion nur ca. 3 mal "nachgelaufen" ist.

2. Druckbecherpistole, Hakendüse und Hohlraumdüse direkt von Mike Sander. Besonders erstere ist von wirklich guter Qualität, aber auch nicht ganz billig. Hakendüse und Hohlraumdüse machen einen schlichten Eindruck, funktionieren aber ebenfalls wirklich gut.

3. Anstelle des von Sanders vorgesehenen Heizköchers mit Fön (war mir zu teuer) tat es ebenfalls wunderbar ein billiger Reisefön für 6,99 und ein altes Fallrohr mit 4 cm Durchmesser.

4. alte Herdplatte (mobil) zum Verflüssigen des Fetts. Kann man auch gern bei Mutti auf dem Herd machen, ist aber umständlicher und könnte ggf. Ärger mit der besseren Hälfte geben, da es auch "etwas" riecht.

5. Handschuhe. Unbedingt. Schlauch und Druckbecherpistole werden so heiß, dass es teilweise mit Handschuhen schon deutlich zu warm wurde.

6. Unbedingt den Wagen auf Folie stellen, sofern man das nicht grad auf nem Acker durchführt und es auf Fettflecken nicht ankommt.

7. Arbeitet man auch mit der Hakendüse, also außerhalb von Hohlräumen, unbedingt den Wagen mit leichter Malerfolie abdecken und abkleben. Habe ich beim Golf II so gemacht, beim Smart waren nur die Hohlräume dran, so dass das entbehrlich war.

8. Für die Hohlräume des Smart waren ca. 2 Kg Fett erforderlich. Hier kann man sicherlich auch mehr verpulvern - ich hörte schon von 7 Kg - ich hielt die Menge für meinen Einsatzzweck aber als ausreichend.

Man sollte, wenn das Fett flüssig ist (wasserflüssig) recht zügig arbeiten, da es in dem Schlauch relativ schnell fest wird. Trifft es auf Blech, ist es binnen 1-2 Sekunden erstarrt. Als Arbeitsdruck haben sich ca. 3 bar bewährt, daher sinnvoll, wenn man den Kompressor soweit regulieren kann. Dies gilt besonders, wenn man außerhalb der Hohlräume arbeitet, was übrigens so oder so eine ziemliche Sauerei ist ;) .

Aus Zeitgründen - einfach zwischendurch zu viel rumgeputzt ;) - hat es nur für den Heckbereich inkl. Seitenschweller (man kommt aber in den Längsträger bis nach vorn) gereicht.

Dies sehe ich als eine DER Problemstellen an:

Bild
Zur Erinnerung: der Wagen hat kaum Wasser gesehen! Auslöser sind die 3 in den Radkasten hineinragenden Schrauben, die unzureichend lackiert und konserviert sind. Dies ist die linke Seite und sah am bescheidensten aus. Die auf der rechten Seite waren ok. Darüber einer der Stopfen, durch die man prima die Lanze in den Seitenschweller bis nach vorn schieben kann.

Hier der Zugang Längsträger für vorn, bereits konserviert:
Bild

Entfernt man die Rückleuchten, lässt sich wunderbar der gesamte Bereich des Radlaufes/Radkastens konservieren. Lanze (auf dem Foto zu sehen) oben einführen und bis nach unten durchschieben (Schraubendreher):
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Selbstredend werden auch Achsrohr und Motorträger konserviert. Auf letzterem zeigte sich an 4 Stellen ebenfalls Rost, wenn auch nur leichter Flugrost (Lackunterwanderung, hier nicht zu sehen):

Bild

Bild

Ebenfalls fand sich Rost an den Befestigungspunkten des Heckpanels (Foto vergessen), hier hatte ich vor Jahren aber schon vorgesorgt. Auch die Befestigung der Crashbox dürfte gern mal rosten, auf dem obigen Foto sieht man, dass ich hier auch schon rel. schnell nach dem Kauf vorgesorgt hatte. Damals hatte ich noch billigen Mist aus Sprühdosen mit reichlich Lösungsmittelanteil verwendet, was ich heute aber niemals wieder verwenden würde. Bei der Gelegenheit habe ich auch die Bodenplatte abgenommen, und dort die Schnittkanten und überlappenden Stellen mit dem Pinsel gestrichen. Das Fett lässt sich ganz gut in eine Konsistenz wie weiche Butter bringen, so kann man es gut verstreichen.

Es lebe das Chaos :) :
Bild

Am Ende bleibt die Empfehlung an alle, die ihren Wagen gern noch etwas fahren möchten, doch mal die verdammte Radhausverkleidung abzunehmen. Ihr werdet dort sicher Rost finden!
Bild
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Re: Konservierung mit Mike Sanders

Beitragvon nullkommasechs » So 16. Okt 2011, 12:44

bernddasbrot hat geschrieben:Ebenfalls fand sich Rost an den Befestigungspunkten des Heckpanels
Stimmt, da gammelt auch jeder smart. Die Befestigung der Crashbox habe ich komplett abgeschliffen und mit Hammerit übergestrichen.

Aber hey, super Bericht! Und schön bebildert. Wie lange hast du für Heckbereich und Seitenschweller gebraucht?
Was man auf den Bildern sieht, gefällt mir richtig gut. Sieht viel besser aus, als bei mir. Alles andere ist in Anbetracht der Kilometerleistung und des Fahrprofils aber einfach nur unfassbar peinlich für ein modernes Auto.
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Re: Konservierung mit Mike Sanders

Beitragvon pst1100 » So 16. Okt 2011, 13:38

schöne Arbeit!
Hier noch ein Bild, welches mir bei meiner Konservierung hilfreich war:
http://www.flickr.com/photos/thomasbecker/2033656943/sizes/l/in/photostream/
da sind die vorderen Hohlräume gut zu erkennen

bernddasbrot hat geschrieben:
8. Für die Hohlräume des Smart waren ca. 2 Kg Fett erforderlich. Hier kann man sicherlich auch mehr verpulvern - ich hörte schon von 7 Kg - ich hielt die Menge für meinen Einsatzzweck aber als ausreichend.



bei den 7Kg wurde MS auch als Unterbodenschutz verwendet und ich mußte mit 8bar arbeiten :roll:

lgP
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Re: Konservierung mit Mike Sanders

Beitragvon fehni » So 16. Okt 2011, 17:33

Noch ein paar Tipps zu Mike Sanders:

- Verarbeitung nach möglichkeit bei Temperaturen über 20° C
- Überschüßiges Fett bekommt man am besten mit WD40 und Baumwolltuch weg
- eventuell auch die Gummidichtung der Keckklappe / Tür abnehmen und innen mit dem Fett einpinseln
~~~ Ex smart fortwo & forfour Fahrer ~~~

~~~ vielleicht bald wieder fortwo Fahrer ~~
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Re: Konservierung mit Mike Sanders

Beitragvon bernddasbrot » So 16. Okt 2011, 18:28

@acktrion: Wir haben zu zweit ca. 6-7 stunden gebraucht, ohne Pause. Gut, ein Teil der Arbeit bestand aus Putzen. Heckpanel von innen, Fahrwerk, Federn (grrr, immer noch nicht so wie ich es gern hätte), Bodenplatte von innen, Tridion unter dem Heckpanel (wie kommen nur die Teerflecken da überall hin?), inkl. des ersten selbstgemachten Ölwechsels (dank frisch erworbener manueller Absaugpumpe). Man hätte aber locker nochmal die gleiche Zeit investieren können, wenn man z. B. noch die Front gemacht hätte, oder - wie hier schon richtigerweise angeregt - unter den Dichtungen.

@pst1100: Das von dir verlinkte Bild hatte ich mir den Tag zuvor noch angesehen:). Da fällt mir ein, dass ich den Querträger unter dem Fahrzeug auch noch konserviert habe. Notwendig war das aber nicht wirklich, der sah - wie eigentlich der ganze Unterboden - noch aus wie neu. Und stimmt: steht der Kompressor auf Volldampf, geht da gewaltig was an Material durch. Für Hohlräume ok, aber wenn man mit so viel Druck am Unterboden arbeitet, gibt das eine riesen Sauerei.

@fehni: Richtig, über 20 Grad machen echt Sinn. Hatte ich vor ein paar Wochen beim Golf noch drauf geachtet, aber auch dort war das Fett schnell erstarrt, es macht die Verarbeitung aber einfacher. Die Fettsprenkel habe ich teilweise nur mit einem Lappen entfernt, teilweise mit Meguiars UC und #16. Da werde ich aber nochmal nacharbeiten, da es draußen einfach zu schattig und dämmrig wurde. Bleibt abzuwarten, wie sich im Alltag die Stellen bewähren, auf denen quasi als Wachsersatz das Sanders haftet.

Beim Golf habe ich den ganzen Unterboden geduscht. Dick. Inkl. der Hohlräume gingen so ca. 5 Kg Fett durch. Man darf auf die Standzeit des Fetts am Unterboden und in den Radkästen gespannt sein, denn dafür wurde es nicht wirklich gemacht.

Zur nicht verdienten Ehrenrettung des Herstellers hier die rechte, rostfreie und bereits gereinigte Seite des Radhauses:
Bild
Das braune ist Fett.

Es bleibt auf jeden Fall noch die Front unter dem Panel zu machen. Dieses hatte ich noch nie ab. Erfreulich war das - nach Demontage der Unterbodenplatte gut erreichbare - Fahrwerk vorn: nach Politur und Wachs sieht das nun aus wie neu.
Bild
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